Jetzt müssen wir zusammenhalten

28.03.2020 - 12:00

Alltag in der Tagesgruppe NANDU

"Jetzt müssen wir zusammenhalten", berichtet die Leiterin der Heilpädagogischen Tagesgruppe NANDU im Diakonie Zentrum Spattstraße.


"Der Alltag mit den Kindern hat sich durch die Coronakrise schon stark verändert. Normalerweise betreuen wir neun Kinder in der Tagesgruppe NANDU, momentan sind es zwei. Ihre Eltern müssen weiter arbeiten.

Für die Beiden ist es nicht einfach, dass ihre Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist. Kein Schwimmen, kein Spielplatz, keine Ausflüge. Das ist für Kinder eine Herausforderung, weil sie alle einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben. Deshalb sind wir für das Trampolin auf unserer Terrasse wirklich dankbar, denn hier können die Kinder ihre überschüssigen Energien adäquat abbauen.

Ganz wichtig ist es, den Kindern zu erklären, was gerade passiert. Das ist nicht immer einfach - wer von uns Erwachsenen weiß schon genau, was jetzt los ist? Ein Kind in der Tagesgruppe NANDU wollte ganz genau wissen, was ein Virus ist und wie es funktioniert. Gemeinsam haben wir uns ein Erklär-Video angesehen und darüber gesprochen.

Seine Erkenntnis: "Achso, dann ist das gar nicht wie Gift, sondern eher so wie eine Grippe!"

Der Bub war sehr erleichtert. Der kindlichen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, deshalb ist es wichtig zuzuhören, Fragen zu beantworten und zu erklären. Ganz besonders jetzt.

Die Kinder, die wir betreuen, haben oft Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu verarbeiten. Da helfen stabile Beziehungsangebote, Geborgenheit, Sicherheit und Struktur. Das zu geben ist gerade jetzt nicht einfach, denn auch ich habe - wie jeder Mensch - in dieser Krisenzeit Sorgen und Ängste.

Zugleich beeindrucken mich aber auch die Kinder, die überraschend gut mit allem umgehen können! Vom Händewaschen bis hin zur Akzeptanz, dass wir momentan keine Ausflüge machen dürfen.

Ich glaube, Kinder haben ein feines Gespür und wissen instinktiv: Jetzt ist es ernst, jetzt müssen wir zusammenhalten."